Einmaleins spielend leicht üben mit Bingo-Brettspielen
Wie Kinder die Einmaleinsreihen mit Freude automatisieren
Das Einmaleins gehört zu den grundlegenden Kompetenzen im Mathematikunterricht der Grundschule – und stellt gleichzeitig viele Kinder vor eine echte Herausforderung. Wie gelingt es, die Einmaleinsreihen nicht nur auswendig zu lernen, sondern wirklich zu verstehen und sicher anzuwenden? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie Kinder das Einmaleins spielerisch üben und nachhaltig automatisieren können. Dabei geht es nicht um stumpfes Wiederholen, sondern um das Zusammenspiel aus Verständnis, Strategie und motivierendem Üben im Unterricht und zu Hause.
Im folgenden Beitrag möchte ich dir zeigen, wie meine Einmaleinsspiele dabei helfen können, die Einmaleinsreihen mit Freude und gleichzeitig nachhaltig zu automatisieren. Denn so selbstverständlich das Einmaleins im Schulalltag erscheint, so komplex ist der Weg dorthin eigentlich.
Lange Zeit wurde das Einmaleins vor allem als reine Auswendiglernleistung verstanden. Kinder sollten die Reihen möglichst schnell aufsagen und Ergebnisse abrufen können. In der aktuellen Didaktik hat sich diese Sichtweise jedoch deutlich verändert. Heute steht zunächst das Verstehen im Mittelpunkt. Kinder sollen begreifen, dass hinter jeder Einmaleinsaufgabe eine Struktur steckt – und dass sich Aufgaben miteinander verbinden lassen.
Der Weg führt dabei von der wiederholenden Addition hin zu sogenannten Kernaufgaben, aus denen sich weitere Aufgaben ableiten lassen. Genau an dieser Stelle entsteht ein viel tragfähigeres mathematisches Verständnis. Kinder merken: Ich muss mir nicht alles einzeln merken – ich kann mir Dinge herleiten.
Und trotzdem kennen wir alle die Realität im Klassenzimmer: Es ist eine enorme Entlastung, wenn bestimmte Aufgaben einfach sitzen. Wenn ein Kind nicht mehr überlegen muss, was 6 mal 4 ist, sondern die Antwort sofort parat hat, bleibt mehr Raum für komplexere Denkprozesse. Verstehen und Automatisieren gehören also zusammen – sie sind keine Gegensätze.
Eine besondere Rolle spielen dabei die sogenannten Kernaufgaben, also die Reihen der 2, 5 und 10. Kinder, die diese sicher beherrschen, können sich viele weitere Aufgaben erschließen. Wenn ein Kind zum Beispiel unsicher ist bei 7 mal 7, kann es sich über bekannte Aufgaben annähern: 5 mal 7 ergibt 35, 2 mal 7 ergibt 14 – zusammen also 49. Genau solche Strategien machen Mathematik verständlich und nehmen Druck aus dem reinen Auswendiglernen.
Hier setzen meine Einmaleinsspiele an. Sie verbinden beides: das Verständnis für mathematische Zusammenhänge und die notwendige Übung, um Aufgaben sicher abrufen zu können. Die Kinder bewegen sich dabei nicht einfach durch eine Liste von Aufgaben, sondern erleben das Einmaleins in einem spielerischen Kontext.
Hier findest du alle meine Brettspiele zum Thema Einmaleins

Ein Spiel, das ich besonders gerne einsetze, ist das Bingo-Brettspiel. Es kann mit bis zu vier Spielerinnen und Spielern gespielt werden und orientiert sich an bekannten Brettspielstrukturen, was den Einstieg für die Kinder sehr leicht macht. Eine Person beginnt und würfelt. Entsprechend der Augenzahl wird auf dem Spielfeld vorgerückt. Auf dem Feld angekommen, wird die dort stehende Zahl mit der zentralen Aufgabe in der Mitte des Spielfeldes multipliziert oder – je nach Spielvariante – dividiert. Das Ergebnis wird anschließend im eigenen Sammelfeld markiert.
Das Ziel kann dabei ganz unterschiedlich gesetzt werden. Manche Gruppen spielen auf ein klassisches Bingo hin, andere möchten ihr gesamtes Sammelfeld füllen. Gerade diese Offenheit macht das Spiel so flexibel einsetzbar.
Varianten des Brettspiels
Besonders spannend wird es durch die verschiedenen Spielvarianten. In der klassischen Form rechnet jeweils nur die Person, die gewürfelt hat. Im Unterricht hat sich jedoch eine zweite Variante als besonders wertvoll erwiesen: Alle Kinder rechnen mit. Sobald eine Aufgabe entsteht, überlegen alle gleichzeitig und dürfen das Ergebnis in ihrem eigenen Feld markieren. Auf einmal sind alle beteiligt, niemand wartet, niemand steigt aus. Es entsteht eine ganz andere Dynamik im Raum – konzentriert, aber gleichzeitig lebendig.
Auch kleinere Spielsituationen, die man vielleicht im ersten Moment gar nicht so sehr beachtet, haben eine didaktische Qualität. Was passiert zum Beispiel, wenn ein Kind auf einem Startfeld landet? Oder wenn zwei Kinder auf demselben Feld stehen? Statt starre Regeln vorzugeben, bespreche ich solche Situationen gerne vorab mit der Gruppe. Dürfen wir noch einmal würfeln? Gilt das Feld als Joker? Genau dieses gemeinsame Aushandeln fördert nicht nur das soziale Miteinander, sondern gibt den Kindern auch Verantwortung für ihr Spiel.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Bei diesem Spiel wird niemand „rausgeworfen“. Wenn zwei Kinder auf demselben Feld landen, bleiben beide dort stehen. Das sorgt für eine entspannte Atmosphäre und verhindert Frustration – etwas, das gerade beim Üben ohnehin anspruchsvoller Inhalte nicht unterschätzt werden sollte.
Was ich an solchen Spielen besonders schätze, ist ihre Vielseitigkeit. Ich nutze sie im Unterricht, in Übungsphasen, aber auch sehr gerne in Vertretungsstunden. Die Kinder sind sofort aktiv, sie arbeiten an aktuellen Inhalten und gleichzeitig entsteht eine Lernatmosphäre, die sich leicht und selbstverständlich anfühlt.
Und genau darum geht es am Ende: Das Einmaleins soll nicht als Hürde erlebt werden, sondern als etwas, das man verstehen und bewältigen kann. Spiele können dabei eine wertvolle Brücke sein – zwischen Üben und Verstehen, zwischen Anstrengung und Freude.
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Häufige Fragen zum Einmaleins lernen in der Grundschule
Wie lernen Kinder das Einmaleins am besten?
Kinder lernen das Einmaleins besonders nachhaltig, wenn sie zunächst ein Verständnis für die Zusammenhänge entwickeln. Ausgehend von der wiederholenden Addition bauen sie ein Gefühl für die Aufgaben auf und können sich anschließend Strategien erschließen. Erst danach sollte das Automatisieren durch Übung folgen.
Müssen Kinder alle Einmaleinsreihen auswendig können?
Nicht alle Aufgaben müssen isoliert auswendig gelernt werden. Besonders wichtig sind die sogenannten Kernaufgaben, wie die Reihen der 2, 5 und 10. Von diesen ausgehend können sich Kinder viele weitere Aufgaben ableiten. Dennoch ist es hilfreich, wenn häufige Aufgaben zunehmend automatisiert abrufbar sind.
Was sind Einmaleins-Kernaufgaben?
Kernaufgaben sind grundlegende Einmaleinsaufgaben, die als Basis für weitere Rechnungen dienen. Dazu gehören vor allem die 2er-, 5er- und 10er-Reihe. Wenn Kinder diese sicher beherrschen, können sie andere Aufgaben leichter erschließen und verstehen mathematische Zusammenhänge besser.
Warum fällt vielen Kindern das Einmaleins so schwer?
Das Einmaleins erfordert sowohl Verständnis als auch Automatisierung. Wenn Kinder zu früh nur auswendig lernen sollen, ohne die Zusammenhänge zu verstehen, entstehen Unsicherheiten. Umgekehrt reicht reines Verstehen ohne Übung nicht aus, um Aufgaben schnell abrufen zu können.
Wie können Spiele beim Einmaleins lernen helfen?
Spiele schaffen eine motivierende Lernumgebung, in der Kinder wiederholt üben, ohne dass es sich wie klassisches Training anfühlt. Gleichzeitig fördern sie Konzentration, Aufmerksamkeit und das Anwenden von Strategien. Besonders Brettspiele ermöglichen es, mathematische Inhalte in einen sozialen Kontext einzubetten.
Eignet sich das Einmaleins-Bingo auch für den Unterricht?
Ja, das Einmaleins-Bingo eignet sich sowohl für den Unterricht als auch für Übungsphasen oder Vertretungsstunden. Durch verschiedene Spielvarianten kann es flexibel angepasst werden und sorgt dafür, dass alle Kinder aktiv beteiligt sind.
